Frei r

 

Der Regen prasselte auf die Dächer der Stadt als Meggan zur Brücke lief. Tränen tropften ihr vom Kinn und vermischten sich mit dem Regenwasser auf der nassen Straße. Alle hassten sie. Sie hatte niemanden der sie liebte. Sie hatte überhaupt niemanden. Ihr Vater war vor zwei Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Und Mike, ihr Freund, den sie so geliebt hatte, hatte sie verlassen. Nein, das war falsch. Er hatte sie nicht verlassen. Davon war nie die Rede gewesen. Er hatte sie betrogen! Hatte mit einer anderen rum gemacht.

Als sie die Brücke erreicht hatte kamen ihr keine Tränen mehr. Sie wollte nicht mehr weinen. Was brachte das schon? Gut, sie hatte noch ihre Mutter, aber bei ihrer Beziehung zu ihr konnte man auch nicht von Liebe reden. Diese Frau hegte keinerlei mütterliche Gefühle für sie. Sie erwartete dass alles so verlief wie sie es wollte und war dies nicht der Fall,  ließ sie ihre Wut an Meggan aus. Das Mädchen hasste sie.

Meggan stieg auf das Geländer der Brücke und kletterte darüber. Sie hielt sich an dem kalten Stahl fest und beugte sich weit nach vorne. Sie holte noch einmal tief Luft, atmete noch einmal den Smog der Großstadt ein, dann ließ sie los. Sie streckte die Arme aus. Fliegen. Sie wollte fliegen. Fort von ihrer Mutter. Fort von Mike und der Stadt, die mit so vielen Erinnerungen verbunden war. Einfach nur fort.

Ihre Haare wehten nach hinten und einzelne Tränen verfingen sich darin. Doch sie weinte nicht vor Trauer, es waren Freudentränen. Meggan war glücklich. In diesem Augenblick fühlte sie sich frei.

 

 

Ro: hoffe ich bekomme ganz viele Meinungen  

22.11.07 23:19, kommentieren

Hallo :)

Hi. Ich habe diesen Weglog eröffnet um euch meine selbstegeschriebenen Geschichten zu zeigen und um (bitte ehrliche) Feedbacks zu bekommen. Außerdem könnte ihr mir gerne eure eigenen Geschichten (ob als link, oder in direkt schriftlicher Form) zeigen oder mir Vorschläge bzw. Wünsche für neue Geschichten äußern.

MfG Ro

22.11.07 23:16, kommentieren